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Reif für die Insel - Tag 19

Samstag, 10.09.2011: Trotz feiern bis um eins bin ich um acht Uhr wach. Da es heute anlässlich des gestrigen Ausgangs Frühstück bis um zehn gibt und sich mein Sohn auch noch nicht rührt, döse ich noch eine Stunde vor mich hin. HERRLICH! Heute können wir uns mal in Ruhe für´s Frühstück fertig machen, ohne dass ich Fynn antreiben muss. Als wir im Essens-Saal ankommen, sitzen die übrigen Feierbiester müde aber grinsend vor ihren reichlich gefüllten Kaffeetassen. Alle sind der Meinung, dass es ein toller und unvergesslicher Abend war. Nach dem Frühstück lässt sich die Sonne noch nicht so richtig blicken, so dass wir noch ein bisschen in unserem Appartement rumgammeln. Gegen zwölf lünkert sie endlich durch die Wolken. Wir packen unsere Strandtasche, kaufen uns im Städtchen ein Eis und machen uns auf den Weg zum Strand. Dort trudeln in der nächsten Stunde nach und nach die übrigen Damen ein. Unsere Kinder stoben davon und werden die nächsten Stunden schwimmend, buddelnd und Ball spielend nur noch von weitem gesehen. Wir Mütter lesen, quatschen und planen jetzt schon ein baldiges Wiedersehen. Es ist wirklich beeindruckend, dass bei 40 Frauen zwischen mindestens 15 von uns ein total herzliches und inniges Verhältnis entstanden ist. Gegen fünf machen wir uns zusammen mit unseren eingesandeten und völlig glücklichen Kinder auf den Rückweg. Weil man heute zum Mittagessen zwischen Hühnersuppe und Gemüsesuppe auswählen konnte und wir eh spät gefrühstück haben, fiel das Mittagessen im Kurhaus für uns heute aus. Stattdessen machen wir uns frisch geduscht um sechs auf den Weg zum Imbiss mit der besten Currywurst auf der Insel. Hier staunt man nicht nur darüber, wie klasse es schmeckt, sondern auch über die moderaten Preise: große Portion Pommes 1,40 Euro, Hamburger 2,30 Euro, Getränke 1,20 Euro, Riesencurrywurst mit Pommes 4,10 Euro. Nach drei Wochen gesundem Vollwertessen muss jetzt mal was richtig fettiges her! Nach einer halben Stunde rollen Fynn und ich vollgefuttert aus dem Imbiss. Zum Abschied bekommt Fynn noch zwei Bonbons geschenkt, was prompt von zwei älteren, natürlich angetrunkenen Herren kommentiert wird: „Boah, was hat der denn da bekommen? Zwei Bonbons? Wieso das denn?“ „Na, weil wir zwei so nett sind.“ komme ich den beiden zur Hilfe. „Ja, das stimmt,“ sagt der eine mit einem gierigen Blick auf meinen Ausschnitt, „und wieso haben WIR dann keine Bonbons bekommen?“ „Tja, das würde mir an ihrer Stelle jetzt zu denken geben.“ helfe ich den beiden wieder auf die Sprünge. „Hm“, sagt der eine nach einer kurzen Denkpause, „ich überleg jetzt gerade eine ganz spontane Antwort darauf.“ „Ok, dann kommen wir besser nochmal in einer halben Stunde vorbei.“ verabschiede ich mich freundlich von den schlagfertigen Verbalakrobaten. Obwohl mein Sohn schon ´ne riesige Portion Pommes mit Ketchup im Bauch hat, geht natürlich noch eine Kugel Zitroneneis rein. Ist ja auch eine Eisdiele, die wir noch nicht ausprobiert haben, also investiere ich die 80 Cent zu Forschungszwecken. Wieder im Kurhaus angekommen, haben uns alle vermisst. Irgendwie hatten wir vergessen, jemandem Bescheid zu sagen, dass wir nicht zum Abendessen kommen. Ilka, Claudia und Steffi stehen mit ihren Speicherkarten vor mir, damit ich die Fotos des gestrigen Abends auf mein Laptop ziehen und rummailen kann. Als wir uns die Fotos im Aufenthaltsraum auf meinem Laptop angucken, hat sich ruckzuck eine Traube Frauen um uns gebildet. Die, die mit waren, wollen sehen, in welchen verfänglichen Situationen sie abgelichtet wurden, die anderen sind neugierig, was sie verpasst haben. Die Schnappschüsse sind einfach nur super geworden und führen dazu, dass wir bei jedem neuen Bild quietschen, kreischen oder jubeln und somit den schönen Abend nochmal lautstark Revue passieren lassen. Als sich die Menschentraube langsam auflöst, stossen Heike und ihre Tochter mit ihrem Rummi Cup zu einer allabendlichen Spiel-Runde dazu. Kurze Zeit später sitzen wir an einem Tisch und lachen schon wieder Tränen. Sobald wir vier in einem Raum sind, scheint sich irgendwie immer eine gewisse Eigendynamik zu entwickeln, bei der Alicia, die Tochter von Heike, plötzlich radschlagend durch den Raum wirbelt, während Fynn erst einen zehnminütigen Lachkeks bekommt und anschließend seine Socken quer durch den Raum schmeißt um dann barfüssig auf dem Kopf an einer der Wände zu lehnen. Heike kommentiert all das mit ihren trockenen Sprüchen, so dass ich irgendwann hysterisch kichernd nur noch nach Luft schnappe und um Gnade winsel. Nach drei Runden Rummi gibt es für mich um zehn Uhr kein Halten mehr. Ich bin so müde, dass ich fast mit der Stirn auf die Tischplatte knalle. Früher konnte ich die Nächte durchfeiern, bis es hell wurde, heute hänge ich schon in den Seilen, wenn ich am Abend vorher bis ein Uhr raus war. Ich bin einfach zu alt für sowas! In meinem Bett angekommen schlafe ich zufrieden wie ein Stein. Gute Nacht!

11.9.11 22:29
 
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