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Reif für die Insel - Tag 15

Dienstag, 06.09.2011: Nachdem am späten Montagabend noch ein heftiges Gewitter runter gekommen ist, ist es heute zwar noch etwas bewölkt, aber trocken. Das ideale Wetter, um nach dem Frühstück ein bisschen shoppen zu gehen – denn bei mir steht heute, außer um 20.15 Uhr eine Stunde Aerobic, nichts weiter auf dem Tagesplan. Entspannt und ohne Zeitdruck bummel ich durch die Norderneyer Innenstadt. Bei Street One kaufe ich mir ein schönes Oberteil für die kommende Herbstzeit, bei Rossmann neues Shampoo, im Souvenirladen eine kleine Schneekugel mit dem Norderneyer Leuchtturm drin und ein paar Postkarten, im Teeladen Roibuschtee Erdbeer-Vanille und zu guter Letzt ein Mitbringsel für die kleine Louisa. Damit wäre der Vormittag erfolgreich rumgebracht, so dass ich mich direkt auf den Weg zum Mittagessen machen kann. Hier strahlt mir schon Jonas entgegen, der mich in der nächsten halben Stunde bestens unterhält. Heute hab ich zufällig mal meine Kamera beim Essen dabei und mache direkt Fotos von meinem kleinen Schwarm. Und weil Jonas so auf Schokopudding steht und ich jeden Mittag eisern auf meinen Nachtisch verzichte, schenke ich ihm heute meine Portion, was den jungen Mann sehr erfreut. Kurze Zeit später hat er den größten Teil des Schokopuddings verputzt, den Rest hat er quer in seinem Gesicht verteilt. Einfach herzallerliebst – wenn es nicht das eigene Kind ist. Nach dem Essen nimmt „Der Schwarm“ von Frank Schätzing mich wieder in seine Fänge. Ein klasse Buchtipp von Christian, der mir noch grinsend mit auf den Weg gab, dass es keinen besseren Ort als die See gäbe, um dieses Buch zu lesen. Jetzt, wo ich an der Stelle bin, an der ein Tsunami alle Küstenstädte Nordeuropas kollektiv in Schutt und Asche legt, weiß ich, was er meinte. Total verwundert gucke ich um kurz vor halb drei auf die Uhr. Ich hab beim Lesen mal wieder alles um mich rum vergessen – auch fast, Fynn aus der Betreuung abzuholen. Fynn ist in den letzten zwei Wochen richtig kreativ. Während ich in den letzten Tagen schon verschiedene Bilder und eine selbst gebaute Schatzkiste präsentiert bekommen habe, hat er heute eine „Gefühls“-Uhr gebastelt, auf der man einstellen kann, in welcher Stimmung man gerade ist. Fynns Zeiger steht auf „Ich bin glücklich!“. Ich auch! Die nächsten zwei Stunden machen wir es uns bei Regen, der an unsere Fensterscheiben prasselt, im Appartement gemütlich. Wir verbringen die Zeit mit Stadt-Land-Fluss und Galgenmännchen spielen. Da wir uns bei beiden Spielen im Erfinden lustiger Wortkreationen zu toppen versuchen, hört man aus unserem Appartement bald nur noch lautes Gackern. Uns laufen vor lauter Lachen die Tränen runter. Nach soviel Lacherei muss Fynn sich jetzt ausruhen – bei der Kinderentspannung. Währenddessen setze ich mich nochmal vor´s Internet und lasse mich ein wenig zum Thema „Katzennamen“ inspirieren. Der Junge wird wohl „Findus“ heißen, aber beim Mädchen werden Fynn und ich uns einfach nicht einig. Ich kann vorschlagen, was ich will (Tiffy, Momo, Emily&hellip, der Kerl ist einfach mit nix zufrieden. Wenn das Fell der jungen Damen wirklich so blau-grau aussieht, wie auf den Fotos, fände ich „Blue“ sehr schön. Ich glaube, damit könnte mein Sohn auch gut leben. Ansonsten stehen noch Belle, Lou, Olivia und Luna auf meiner Liste. Bis nächsten Dienstag werden Namensvorschläge gerne noch entgegen genommen. Als Fynn fertig entspannt hat, ist es Zeit für´s Abendessen. Jetzt wird erstmal mein neuer Erdbeer-Vanille-Tee gekostet und entpuppt sich als Volltreffer. Er schmeckt so gut, wie er riecht und macht ganz viel Lust auf gemütliche Herbst- und Wintertage auf der kuscheligen Couch. Kuschelig wird´s nach dem Essen für die Hai-Gruppe ganz und gar nicht. Die machen jetzt nämlich bei dem stürmischen Wetter eine einstündige Schnitzeljagd (Kann mir eigentlich mal jemand sagen, wieso es Schnitzel- und nicht Schnipseljagd heisst??? Dass ursprünglich Papierschnipsel ausgestreut wurden, um den Suchenden den Weg zu zeigen, macht ja noch irgendwie Sinn, aber wer hat denn bei einer Schnitzeljagd schon jemals ein Stück Fleisch auf dem richtigen Weg liegen sehen???). Ich vertreibe mir die Stunde mit….na? womit?....rrrrichtig, mit lesen. Mittlerweile bin ich an der Stelle im Buch angelangt, an der bakterienverseuchte Quallen und Krebse die Küsten belagern und mit ihrem giftigen Innenleben einen Menschen nach dem anderen verseuchen und töten. Gut, dass mein Kind letzte Woche noch lustig Quallen und Krebse an den Strand geschleppt hat und ich am Samstag noch im Wasser war. *schauder* Als mein Sohn schwer begeistert von der Schnitzeljagd zurückkommt, geben wir uns nur kurz die Klinke in die Hand, denn ich hab jetzt eine Stunde Aerobic vor mir. Nachdem der Kurs zuende ist und ich fertig geschwitzt habe, bin ich richtig stolz auf mich. Man kann auch schon eine leichte körperliche Veränderung bemerken: meine Speckrollen sind schon viiiiel fester geworden. Oben angekommen rufen wir noch Stephan an, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren, dann sind wir beide zufrieden und müde und plumpsen in unsere Betten. Gute Nacht!

7.9.11 22:48
 
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